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Verabschiedung von drei verdienten Vorstandsmitgliedern (v.l.n.r.): Markus Keel, Besucherbetreuung, FĂŒhrerausbildung, EhrenprĂ€sident Alois StĂ€hli, GrĂŒndungsmitglied und erster PrĂ€sident des Museumsvereins, Jörg DĂŒrr, Kassier.

RĂŒckblick auf ein erfolgreiches Museumsjahr

Verabschiedung von drei verdienten Vorstandsmitgliedern

Am Samstagnachmittag lud Ralf Pötzsch, PrĂ€sident des Museumsverein  Heldsberg, zur 25. GV ins Schulhaus Wiesenau in St. Margrethen ein.

Eingangs ĂŒberbrachte GemeinderĂ€tin Jacqueline StĂ€bler die Grussworte der Gemeinde. 2018 darf das Festungsmuseum bereits das 25jĂ€hrige JubilĂ€um feiern, das 2016 von 7‘838 Personen besucht wurde. Durchwegs werden die Erwartungen der Besucher erfĂŒllt vom Rundgang durch die spannende und geheimnisvolle Anlage, tief im Heldsberg erbaut von 1939 bis 1941 als Sicherung der Landesgrenze. Somit gebĂŒhrt dem freiwilligen FĂŒhrer- und Unterhaltsteam ein herzliches Dankeschön seitens der Standortgemeinde.

Im Jahresbericht streifte eingangs der  PrĂ€sident das turbulente Weltgeschehen mit den Krisenherden u.a. Syren, Ukraine, TerroranschlĂ€ge usw. Der Museumsverein zĂ€hlt 495 Mitglieder, was leicht rĂŒckgĂ€ngig ist. Ein ehrendes Memento gebĂŒhrt den fĂŒnf verstorbenen Mitgliedern, darunter Benito Boari, GrĂŒndungsmitglied im Jahr 1993 sowie Verfasser der Heldsberggeschichte. Noch sieht die Besucherzahl mit 7‘838 im Jahr 2016 sehr erfreulich aus gegenĂŒber weiteren Festungsmuseen, welche teils massive BesuchereinbrĂŒche zu verzeichnen haben. Anstrengungen des Heldsbergteams wie die Monatsöffnungen in den Wintermonaten schĂ€tzen die Besucher, ebenso stets neue Sonderausstellungen wie zur Zeit „Die Panzerknacker“ oder „Nebelspalter im Krieg“. Die Museumsbetreiber, das sind rund 50 Freiwillige, sorgen stets fĂŒr gepflegten Unterhalt der Anlagen, ebenso fĂŒr kompetente FĂŒhrungen der Besuchergruppen, wie EintrĂ€ge im GĂ€stebuch der Homepage www.festung.ch bestĂ€tigen. Im JubilĂ€umsjahr 2018 zum 25jĂ€hrigen Bestehen werden bereits diverse Schwerpunktthemen geplant, verteilt auf das ganze Jahr.

Rechnungsablage des Kassiers

Die Jahresrechnung 2016 prĂ€sentierte Kassier Jörg DĂŒrr. Der Gesamtverlust betrĂ€gt 57‘590.- Franken. Grosse Einnahmeposten sind unter anderem die Eintritte mit 86‘095.- Franken oder die MitgliederbeitrĂ€ge mit 25‘257.- Franken. Das vorgelegte Budget fĂŒr 2017 ist vorsichtig erstellt. Rechnung und Budget wurde einstimmig genehmigt. Der jĂ€hrliche Mitgliederbeitrag fĂŒr 2018 betrĂ€gt wie bis anhin 35.- Fr. fĂŒr Einzelpersonen, fĂŒr Ehepaare 50.- Fr. Neumitglieder sind herzlich willkommen.

Aus dem Vorstand traten drei Mitglieder zurĂŒck. FĂŒr Jörg DĂŒrr wĂ€hlte die Versammlung als neuen Kassier Hansruedi Koller, fĂŒr Markus Keel  Urs Hermann, bisheriger Aktuar. Der Sitz des EhrenprĂ€sidenten Alois StĂ€hli bleibt vorerst vakant. Der ĂŒbrige Vorstand wird in globo bestĂ€tigt. Vize-PrĂ€sident Markus Koster lĂ€sst Ralf Pötzsch, PrĂ€sident seit 2015, durch die Versammlung mit Applaus fĂŒr weitere zwei Jahre bestĂ€tigen. Die drei Mitglieder der Kontrollstelle werden ebenso fĂŒr eine weitere Amtdauer gewĂ€hlt.

Kommandoposten Haslen

Der einstige Kommandoposten der Grenzbrigade 8, zu dessen Verband auch die Festung Heldsberg gehörte, soll an den Bezirk Haslen – Schlatt als neuen EigentĂŒmer zur Nutzung ĂŒbergehen. Die unterirdische Anlage aus der Zeit des Kalten Krieges umfasst rund 30 BĂŒros, Schlaf- und EssrĂ€ume, Notstromanlage usw. Die Betriebskosten betragen jĂ€hrlich ca. Fr. 10‘000.-. Das Festungsmuseum Heldsberg soll vom Bezirk fĂŒr vorerst 10 Jahre die Anlage zur Nutzung ĂŒbernehmen, sofern die Bezirksversammlung Anfang Mai zustimmen wird. Die GV stimmt der allfĂ€lligen Übernahme mit wenigen Enthaltungen zu. Die nĂ€chste GV findet am Samstag, 17. MĂ€rz 2018 statt.

Nun durfte der PrĂ€sident drei Mitglieder aus dem Vorstand verabschieden. Markus Keel, seit  2011 im Vorstand tĂ€tig, veranlasste die Besucherbetreuung an den Samstagen, was sehr geschĂ€tzt wird. Er erstellte ein hilfreiches  FĂŒhrerhandbuch und betreute ebenso die Werbung. Jörg DĂŒrr wurde 2011 in den Vorstand gewĂ€hlt. Er fĂŒhrte das aufwendige Rechnungswesen, erstellte Statistiken zum Museumsbetrieb und amtete als Kassenwart an Sonderveranstaltungen. In launigen Worten berichtete er aus der vielfĂ€ltigen Arbeit eines Buchhalters. Alois StĂ€hli, GrĂŒndungsmitglied und wĂ€hrend 14 Jahren als erster PrĂ€sident tĂ€tig, trat nun mit 92 Jahren aus dem Vorstand zurĂŒck. EhrenprĂ€sident Alois StĂ€hli  war an vorderster Front am erfolgreichen Aufbau des Museums ab 1993 mit dabei. Die drei Geehrten durften als Dank u.a. einen Geschenkkorb mit Rheintaler SpezialitĂ€ten in Empfang nehmen.

Kauf ab Stange oder Lizenzbau?

Nach der Pause referierte Dr. Michael Olsansky zum Thema „Von der StahlhelmaffĂ€re zum Gripengrounding: Ein Blick auf 100 Jahre schweizerische RĂŒstungsgeschĂ€fte“. Ab 1875 war der Bereich „MilitĂ€rwesen“ Bundessache. Somit machte anfĂ€nglich die MilitĂ€rausgaben rund 60 Prozent des Bundesbudgets aus. Die Beschaffung z.B. von Kanonen ablag nun dem Bund. Die Beschaffung des ersten Stahlhelms brauchte ĂŒber zwei Jahre und er konnte erst Ende des 1. Weltkrieges an die Truppe abgegeben werden. Streitpunkt bei allen grössen RĂŒstungsbeschaffungen ist stets bis heute die Frage des gĂŒnstigeren Kaufs ab Stange im Ausland oder der Lizenzbau in der Schweiz durch die eigene Industrie. Das spannende Referat wurde mit Applaus verdankt. Anschliessend waren die Teilnehmer zum obligaten „Spatz“ und gemĂŒtlichen Beisammensein in die Heldsbergstube eingeladen.