Der Bunker
Anfang der 1960er-Jahre erbaut, war der Kommandoposten Haslen der unterirdische Führungsstandort der Grenzbrigade 8 — autark betriebsfähig, mit eigener Stromversorgung, Telefonzentrale und Verpflegung. Bis zur Auflösung der Brigade 1994 liefen hier im Ernstfall die Fäden zusammen.
Die Grenzbrigade 8
Die Grenzbrigade 8 war eine von elf Grenzbrigaden der Schweizer Armee. Sie entstand mit der Truppenordnung von 1938, unterstand dem 4. Armeekorps (ab 1961 Feldarmeekorps 4) und bestand bis zur Armeereform 95 im Jahr 1994. Ihr Einsatzraum reichte von der Steinach- und Rheinmündung am Bodensee über das Rheintal bis Buchs und ins obere Toggenburg bis zur Sperre Starkenbach. Eingesetzt wurden Milizsoldaten mit lokalem Wohnsitz — denn die Grenztruppen mussten bei einer Mobilmachung als Erste bereitstehen.
Auftrag & Befestigungen
Die Brigade sicherte den Neutralitätsschutzdienst und sperrte die wichtigen Achsen durch ihr Gebiet, besonders die A1 zwischen St. Margrethen und St. Gallen. Zentral war das Infanteriewerk Halden mit fünf Panzerabwehrkanonen (1986 modernisiert), unterstützt von mehreren 12-cm-Festungsminenwerfern. Geplante «Centi-Bunker» mit Wirkung auf den Flugplatz Altenrhein blieben trotz Sondierbohrungen unrealisiert. Auch die Festung Heldsberg gehörte zum Verbund: Ihre vier 7,5-cm-Befestigungskanonen unterstützten die Sperren zwischen Altstätten und St. Margrethen bis in die 1980er-Jahre und reichten bis Bregenz-Hohenems und fast zur Hafeneinfahrt von Lindau.
Die Anlage beherbergt die Führungsinfrastruktur der Grenzbrigade 8 und war mit modernster (damaliger) Kommunikationstechnologie ausgestattet. Alte Telefontechnik, Lagemeldungen und Führungsbüros zeugen von der Einsatzbereitschaft im Kalten Krieg.
Telefontechnik & Kommunikation
Ein besonderes Highlight ist die erhaltene historische Telefonvermittlung. Besucher können die alten Wählscheiben-Telefone in die Hand nehmen und einen Blick in die Kommunikationstechnik der 1950er–1980er Jahre werfen.
Wissenswertes
auf einen Blick
Bestand: 1938–1994 · Übergeordnet: 4. Armeekorps / Feldarmeekorps 4 · Einsatzraum: Bodensee – Rheintal – oberes Toggenburg · Kommandoposten: Bunker Haslen (ab ca. 1960) · Besonderheit: Originale Telefonvermittlung erhalten