Festungsmuseum Heldsberg

Geschichte

Bau im Schatten des Anschlusses

Geplant wurde das Artilleriewerk Heldsberg 1938 — kurz nachdem Österreich am 12. März 1938 vom Deutschen Reich annektiert worden war. In nur zwei Jahren Bauzeit stellten einheimische Baufirmen die Festung fertig (Baujahr 1939–1941).

Der Auftrag des Werks

Der Heldsberg sollte den Übergang über den Rhein zwischen Bodensee und Montlingen verhindern — ebenso Übersetzversuche mit Schiffen und Fähren über den Bodensee. Mit seinen vier 7,5-cm-Befestigungskanonen war er die einzige Artillerieeinheit der damaligen Grenzbrigade 8.

Mehr als Feuerkraft — die moralische Wirkung

Ein Artilleriewerk unmittelbar an der Landesgrenze stärkte den Abwehrwillen von Bevölkerung und Truppe gewaltig. Diese abschreckende Wirkung schlug sich sogar in den deutschen Operationsplänen «Tannenbaum» und «Operation Grün» nieder:

„Ein an sich sehr erwünschter Angriff aus östlicher Richtung bei Rheineck, kürzester Weg in die Feindflanke, verspricht bei dem gebirgigen Gelände und den starken Befestigungen bei Rheineck (Heldsberg) keinen Erfolg.»

Vom Militärobjekt zum Museum

Nach Kriegsende blieb das Werk lange geheim. 1993 übernahm der Verein Festungsmuseum Heldsberg die Anlage und öffnete sie für die Öffentlichkeit. Heute sind die originalen Einrichtungen begehbar — ein authentischer Einblick in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Krieges.

Wissenswertes

Technische Daten

Baujahr: 1939–1941 · Bewaffnung: vier 7,5-cm-Befestigungskanonen und sieben Maschinengewehre · Typ: Artilleriewerk · Lage: St. Margrethen SG · Zustand: original erhalten

Hintergrund

Geschichte des Schweizer Festungsbaus

Wie aus jahrhundertelangem Zögern und Planen schliesslich der Heldsberg wurde — die ganze Geschichte des Schweizer Festungsbaus.

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