Unterhalb der Passhöhe zwischen Altstätten und Gais sichert die Sperre Stoss den Übergang vom Rheintal ins Appenzellerland. Zwischen 1938 und 1940 erbaut, sollte sie einem aus dem Rheintal angreifenden Gegner das Eindringen in die Ostflanke der Schweiz verwehren. Die Anlage ist nicht regelmässig geöffnet — sie lässt sich auf Anfrage und im Rahmen von wenigen öffentlichen Spezialführungen pro Jahr besichtigen.
Die Anlage
Ein durchgehendes Höckerhindernis von rund 1,5 km Länge und vier Betonbunker bilden die Sperre. Ihre Schussfelder waren so angelegt, dass Strasse, Eisenbahnlinie (die heutige Appenzeller Bahn) und das umliegende Gelände wirksam gesperrt werden konnten — und sich die Bunker gegenseitig Feuerschutz gaben. Im Untergeschoss sorgten eigene Strom- und Wasserversorgung sowie eine Ventilation mit Gasschutz dafür, dass die Besatzung autark ausharren konnte.
Besuch
Nur auf Anfrage
Die Bunker der Sperre Stoss können im Rahmen weniger öffentlicher Führungen pro Jahr oder auf Anfrage besichtigt werden. Interessierte können jederzeit eine Gruppenführung anfragen.
Führung anfragenPartnerprogramm
Mit der Bahn zum Stoss
Das Programm «Geschichte und Tradition» der Appenzeller Bahnen verbindet eine Fahrt mit der Zahnradbahn ab Altstätten oder Gais mit einem Einblick in die Geschichte der Sperre Stoss — abgerundet mit Apéro und Verpflegung. Buchbar als Gruppenangebot ab 10 Personen, ab CHF 43 pro Person (Dauer rund 5–9 Stunden).
Zum Gruppenangebot der Appenzeller BahnRezensionen
Es ist sehr schön die alten Sachen an zu schauen
Zum Abschluss des Tages dann noch der letzte der nur extra zu besichtigen ist.. Danke nochmals an das Team👍👍👍
Genau wie Bunker 1,2 einfach nur toll. Alles super erklärt. Schöne Führung und diese sollte man nicht nur 1 mal im Jahr machen👍👍👍Macht weite so😊😊😊
Es war ein tolle Besichtigung mit vielen Informationen.. Bilder werde ich keine weiteren einstellen, das sollte man sich mal selber anschauen um einen Eindruck zu bekommen👍👍Tolle Leistung und alles super organisiert .. Danke an ein tolles Team👍👍
Sperre Stoß – Bunker 4 Regen
Sperre Stoß – Das Grenzbefestigungsprogramm wurde im Februar 1935 endgültig genehmigt und gab grünes Licht für die Planung von Festungen im Rheintal. Umfangreiche Voruntersuchungen waren notwendig. Die Bauarbeiten begannen kurz vor Kriegsausbruch, auch auf Stoß, das als wichtigster Übergang vom Rheintal in die Zentralschweiz von enormer strategischer Bedeutung war.
Die Verteidigungsstellung besteht aus einem durchgehenden, etwa 1,5 km langen Buckelwall (Drachenzähnen). Dieser wird durch vier flankierende Betonbunker verstärkt. Von diesen aus lassen sich die Appenzellerbahn und die Straße Altstätten–Gais aus kurzer Distanz effektiv sichern. Alle Bunker sind sehr massive Bauwerke mit 2,5 Meter dicken Wänden und Decken. Die Verstärkungsstärke war so berechnet, dass sie dem Beschuss der damals schwersten Feldartillerie, der 21-cm-Haubitze, standhielt. So wurden beispielsweise für den Bunker Warmesberg rund 1.220 Kubikmeter Beton benötigt. Die Bewaffnung bestand aus zwei bis drei Maschinengewehren und ein oder zwei 4,7-cm-Panzerabwehrkanonen. Letztere wurden später durch die außerordentlich effektive 9-cm-Pak ersetzt.